Der Sharp Zaurus SL-5500G ist schon seit längerem nur noch gebraucht erhältlich. Erstaunlich ist jedoch, dass der Preis relativ stabil geblieben ist. Zwischen 80 und 140 Euro muss man heute - Oktober 2006 - immer noch für einen gebrauchten Zaurus ausgeben.

Der SL-C1000 Mitte 2005 als Neugerät in Deutschland erhätlich. Das ist umso erstaunlicher, da dieser Zaurus - wie alle C-Modelle - nur für den japanischen Markt entwickelt wurden und von Sharp auch nur dort angeboten werden. Zum Glück gibt es jedoch noch zwei Firmen (mehr sind mir derzeit nicht bekannt), die den Zaurus in Eigenregie aus Japan importieren und für den deutschen Markt aufbereiten.
Bemerkenswert ist der Preisverfall bei den aktuellen Zaurus-Modellen. So sank der Preis für den C1000 innerhalb des letzten halben Jahres um ganze 100 Euro und liegt jetzt im Oktober 2006 bei rund 330 Euro. Das ist zwar immer noch eine Menge Geld, aber vergleichbares findet man trotzdem nicht.
Zum Vergleich: Bei Amazon Japan kostet der Zaurus umgerechnet 275 Euro - Natürlich ohne CE-Prüfzeichen, europäisches Netzteil und USB-Hostkabel.



Der SL-5500G gibt sich bereits äußerlich als PDA zu erkennen. Wie schon im Vergleichstest mit dem Casio-PDA erwähnt, wirkt der Zaurus dabei wie ein Fels in der Brandung. Dieses Design muss nicht zwangsläufig unatraktiv sein, vermittelt es doch einen stabilen und robusten Eindruck.
Auch der Schiebemechanismus, der die kleine Hardware-Tastatur verbirgt, arbeitet nach zwei Jahren regelmäßiger Benutzung immer noch so präzise, wie am ersten Tag.


Sharp Zaurus SL5500-G Sharp Zaurus SL-C1000
Sharp Zaurus SL-5500G und SL-C1000


Der SL-C1000 erscheint dagegen schon auf den ersten Blick wie ein Kunstwerk. Die in mattem Schwarz gehaltenen Seiten (Unter- und Oberseite) werden von einem silbernen Ring umrahmnt. Das in glänzendem Chrom lackierten Displayscharnier verleiht dem Zaurus noch zusätzlich eine edle Note.
Dieser hochwertige Eindruck setzt sich fort, wenn man den C1000 das erste Mal in die Hand nimmt: Solide und stabil, sauber verarbeitet und mit einem Displaydeckel aus Metall, statt billigem Plastik.

Auf Grund der gegenüber dem 5500 leicht veränderten Proportionen - der C1000 ist in der Breite ca. 1,5 cm kürzer, dafür in der Tiefe ca. 1 cm länger - wirkt das SL-Modell weniger wuchtig. Dass der C1000 deutlich dicker und auch fühlbar schwerer ist, stört höchstens im direkten Vergleich.

Öffnet man den Zaurus, kommt die QWERTY-Tastatur zum Vorschein. Der dunkle, anthrazitfarbene Displayinnenrahmen passt gut zum restlichen Erscheinungsbild. Störend wirken jedoch die dicken schwarzen Flächen, die das Display an beiden Seiten begrenzen. Hier wurde viel Platz verschenkt und man denkt sich bei jedem Blick "Da wäre aber wirklich mehr drin gewesen!". Sehr schade!

Keine Frage, die Tastatur des C1000 ist für einen PDA dieser Größe wirklich hervorragend, doch bei der Farbgebung gefällt mir der 5500 eindeutig besser. Seine Tastenbeschriftungen (Schwarz auf Weiß statt Weiß auf Grau) sind klarer zu erkennen und wirken schärfer. Und auch die Zweit- und Drittbelegungen sind deutlicher lesbar.


Sharp Zaurus SL5500-G Sharp Zaurus SL-C1000
Die Tastaturen der beiden Zauri


Eine Besonderheit der C-Modelle des Zaurus von Sharp ist der Schwenkmechanismus des Displays. Dieses läßt sich um 180 drehen und verwandelt den Zaurus von klassischen Notebook-Design (Breites Display, genannt Landscape-Modus) in einen typischen PDA (Hohes Display, genannt Portrait-Modus).
Der Mechanismus wirkt zunächst sehr filigran und wackelig und man hat Angst, bereit nach einer Woche die zwei Hälften des Zaurus in der Hand zu halten.

Glücklicherweise bestätigt sich dieser Eindruck nicht, alles wirkt sehr stabil. Wie mir TRIsoft telefonisch erklärte, besteht die eingesetzte Halterung aus Metallguss. Auch die Führung des Flachbandkabels ist so ausgeführt, dass mit einem Defekt, wie er häufig beim Psion 5xm PRO zu beobachten war, nicht zu rechnen ist. Das ist schön zu hören!



Beide PDAs verfügen über einen SD- und einen CF-Card Steckplatz. Und wie schon der SL-5500G kann auch der SL-C1000 keine SDIO-Karten verwenden. Hier hat SHARP wirklich die Entwicklung verschlafen.

Beiden gemeinsam ist auch ein IrDA-Port, eine 3,5 mm Klinken-Buchse (für Stereo-Kopfhörer, Mikrophone oder Headsets), der Netzteilanschluß, sowie eine Möglichkeit, den Bedienstift im Gehäuse verschwinden zu lassen.
Gerade letzterer enttäuscht jedoch beim C1000. SHARP liefert hier standardmäßig nur einen einfachen, aus schwarzem Plastik bestehenden, Stift mit. Im Vergleich zum Stylus des SL-5500G sieht der Stift des C1000 nicht nur schlechter aus, er fühlt sich auch so an. - Einfach nur billig!



Die Stifte der beiden Zauri


Doch egal welchen der beiden Stifte man einsetzt, beide wackeln im C1000. Im 5500 sitzt zumindest der eigene, mit einem Mittelstück aus Metall bestehende, Stift fest.

Der SL-5500G verfügt darüber hinaus noch eine als SHARP I/O-Port bekannte Schnittstelle. Diese befindet sich unter einer Schutzkappe und ermöglicht über spezielle Adapter den Anschluß von USB- oder seriellen Kabeln. Außerdem dient sie als Schnittstelle zur Dockingstation des SL-5500G.

Der SL-C1000 hat keine Dockingstation, denn er benötigt sie nicht mehr. Zwar verfügt auch er noch über einen I/O-Port, doch dieser befindet sich hinter einer fest verschlossenen Gummikappe und dient lediglich zum Anschluß eines JTAG. Da ich sowohl im Studium, als auch im Beruf schon mit Mikroprozessoren und JTAGs zu tun hatte, wäre es trotzdem reizvoll heraus zu finden, was sich alles damit anfangen ließe. Naja...

Update: Wie inzwischen bekannt ist, hat der I/O-Port des C1000 doch noch mehr zu bieten. Zusammen mit dem Sharp CE-170TS (serielles Kabel) erhält man eine vollwertige serielle Schnittstelle. Diese lässt sich beispielsweise zum Betrieb von Modems oder für Terminal-Verbindungen nutzen.
Allerdings gibt es dabei zwei Dinge zu beachten:

Viel wichtiger als der I/O-Port ist beim C1000 jedoch der USB-Anschluß. Dieser wird an der Rückseite des Zaurus als normale Mini-USB-Buchse nach außen geführt. Mit einem einfachen USB-(Adapter-)Kabel läßt sich der C1000 so nicht nur mit dem PC verbinden, sondern ermöglicht auch den Anschluß von USB-Festplatten, -Sticks, Tastaturen und Mäusen. Auch Webcams, USB-Bluetooth-, WLAN- oder Ethernet-Dongels sollen damit funktionieren. Bei größeren Stromfressern (Festplatten) ist jedoch ein aktiver USB-Hub mit eigener Stromversorgung mehr als empfehlenswert.



Als klassischer PDA ist der SL-5500G vorrangig auf die Bedienung mittels Stylus ausgerichtet, einige Schnellstarttasten erlauben das direkte Aufrufen von Anwendungen. Für die Eingabe von längeren Texten oder die Bedienung der Konsole (Linux-Terminal) läßt sich eine kleine aber feine Tastatur heraus ziehen.

Leider ist der I/O-Port des SL-5500G bei offener Tastatur nicht mehr zu gebrauchen.

Bis auf diesen - mehr oder weniger großen - Schönheitsfehler kann die Bedienung jedoch durchaus als gelungen bezeichnet werden.

Der SL-C1000 ist wie alle Zaurus C-Modelle ein Zwitter. Am wohlsten dürfte man sich mit ihm in der Rolle als geschrumpftes Notebook fühlen. Die Tastatur macht einen guten Eindruck, auch wenn sich die Tasten ein wenig glatt anfühlen. Aber: nichts klappert!
Die Bedienung über das Steuerkreuz (Cursortasten mit Enter/OK-Knopf in der Mitte) und die Cancel-Taste geht einfach und zügig. Das richtige ROM und ein gutes Gedächtnis für die vielen Tastenkombinationen vorausgesetzt, kann der Stift meistens ungenutzt in seiner Halterung bleiben.
Auch ist es egal, ob der Zaurus auf dem Tisch steht oder in den Händen gehalten wird. Die Bedienung über die Tastatur klappt in beiden Fällen gut. Daran, dass die Y- und Z-Taste auf der englischen Tastatur im Gegensatz zur deutschen vertauscht sind, gewöhnt man sich recht schnell.

Wird das Display des C1000 um 180 geschwenkt und "verkehrt herum" auf die Tastatur geklappt, verwandelt sich der Zaurus in einen normalen PDA. In dieser Funktion ist die Bedienung jedoch keinesfalls perfekt. Zwar verfügt er - wie der SL-5500G - am unteren Bildschirmrand über kleine Buttons zum Aufrufen wichtiger Programme, doch fehlt ihm das Steuerkreuz mit den Cursor-Tasten. Als Alternative wurden am linken Rand ein OK- und ein Cancel-Button angebracht, sowie eine Wippe (Hoch/Runter), doch diese können die fehlenden Tasten nicht ersetzen. Einige alte Spiele, die zwingend diesen PDA-Modus erfordern, sind damit praktisch nicht mehr spielbar.


Sharp Zaurus SL-C1000
Der SL-C1000 im Landscape- und Portrait-Modus



Dass der Akku des SL-5500G einer seiner größten Schwachpunkte ist, ist inzwischen hinreichend bekannt. Bereits nach kurzer Zeit - je nach Art der Nutzung hält eine Akkuladung zwischen 90 und 120 Minuten - geht dem Zaurus die Puste aus. Und der Einsatz von Ersatzakkus und externen Akku-Packs bringt letztlich doch nicht die ersehnte Hilfe.

Der Einsatz des 64-0 CackoROMs nimmt einem leeren Akku zumindest den Schrecken eines Datenverlußtes, dennoch passiert es oft genug, dass der SL-5500G nicht einsetzbar ist, weil er sich nicht mehr einschalten läßt. Mir ist es mehr als einmal passiert, dass ich den Zaurus mit ausreichend geladenem Akku Beiseite gelegt habe und als ich ihn zwei Tage später brauchte, war der Akku in der Zwischenzeit leer. Soetwas ist extrem ärgerlich!

Der SL-C1000 überrascht in diesem Bereich gleich in mehrfacher Beziehung positiv. Sein Akku hat eine doppelt so hohe Kapazität, wie der des SL-5500G, ohne das der Stromverbrauch größer wäre. Das CackoROM bietet darüber hinaus noch die Möglichkeit, die Taktfrequenz zu drosseln, was den Energieverbrauch noch einmal reduzieren sollte.
Doch auch ohne diese "Sparmaßnahmen" hält der Akku des C1000 deutlich länger, als der des SL-5500G. Selbst nach einer Wochen ohne Strom läßt sich der Zaurus noch problemlos einschalten und benutzen.

Auch ein Datenverlußt bei leerem Akku ist beim C1000 kein Thema - er verwendet einen internen Flashspeicher zur Installation von Programmen und zum Speichern von Daten.



Das reflektive TFT-Display des SL-5500G stellt 320x240 Pixel bei 65.536 Farben dar. Bauart bedingt hat es keinerlei Probleme mit direkter Sonneneinstrahlung - im Gegenteil, bei grellem Tageslicht steigert sich die Bildqualität sogar noch.

Der SL-C1000 verwendet ein von Sharp entwickeltes CG Silicon (Continuous-Grain-Silicon) Display mit einer Auflösung von 640x480 Pixeln bei ebenfalls 65.536 Farben. Im Bezug auf Schärfe, Helligkeit und Kontrast ist es eine Klasse für sich. Man wird kaum etwas besseres finden können! Gerade im direkten Vergleich mit dem SL-5500G fällt dies auf.

Leider trifft das nicht auf alle Eigenschaften des Displays zu.
Im Gegensatz zum SL-5500G ist es extrem blickwinkelabhängig. Schon bei kleinsten Bewegungen ändern sich die Farben. Damit ist es kaum möglich, dass zwei Personen gleichzeitig das Geschehen auf dem Display verfolgen.
Auch helles Licht macht dem C1000 das Leben schwer, da sein Display das Umgebungslicht nicht nutzen kann, sondern mit der eigenen Helligkeit dagegen ankämpfen muss. Zum Glück gelingt das jedoch recht ordentlich.


Sharp Zaurus SL-C1000
Das schwenkbare Display des SL-C1000


Was ebenfalls auffällt: Beide Displays sind 3,7" groß. Der C1000 stellt also auf der gleichen Fläche 4 mal so viele Bildpunkte dar - und 3,7" sind wirklich nicht viel. Bei kleinen Schriften muss man beim C1000 schon gute Augen haben, um noch alles lesen zu können.



Beide Zauri verfügen über 64 MB RAM, die bei beiden auch tatsächlich als Hauptspeicher für die Ausführung von Programmen zur Verfügung stehen. Beide PDAs können die 64 MB RAM durch eine SWAP-Datei erweitern.

Beim SL-5500G ist jedoch das 64-0-CackoROM dafür notwendig. Dieses lagert alle Programme und Daten auf eine dann zwingend erforderliche SD-Card aus, was zu spürbarem (aber noch akzeptablen) Geschwindigkeitseinbußen beim Zugriff führt. Zusätzlich verfügt der SL-5500G noch über 16 MB FlashROM, der das ROM (Kernel und Filesystem) aufnimmt.

Dem SL-C1000 stehen neben 64 MB RAM noch 128 MB Flash-Speicher zur Verfügung. Diese nehmen das ROM auf und der Rest steht zur freien Verwendung zur Verfügung. Ich setzte das CackoROM light 1.23 (light bedeutet, dass das ROM selbst nur sehr wenige Treiber und Programme enthält, dafür aber auch nichts installiert wird - und damit Platz wegnimmt - was man nicht braucht) ein, welches lediglich 19 MB im Flash benötigt. Die restlichen 109 MB reichen in der Regel für alle Programme, die man benötigt. Eine zusätzliche SD-Card dient als Speicher für wichtige Daten, Wörterbücher und Wikipedia.

Im SL-5500G arbeitet ein inzwischen doch recht betagter Intel StrongARM-Prozessor mit 206 MHz. Dem SL-C1000 steht eine Intel XScaleCPU (PXA270) mit 416 MHz zur Verfügung. Im Gegensatz zu früheren SL-Modellen ist beim C1000 kein zusätzlicher Grafikchip mehr verbaut. Stattdessen wird die interne Grafikeinheit des PXA verwendet.

Prozessor und Speicher führen insgesammt dazu, dass mit dem C1000 ein deutlich zügigeres Arbeiten möglich ist.



Für Multimedia (Video, Musik) ist der SL-5500G nicht wirklich geeignet. Er hat keinen eingebauten Lautsprecher und kein Mikrofon. Über Kopfhörer lassen sich zwar MP3s anhören, doch steht dem Einsatz als echter MP3-Player die geringe Akkulaufzeit entgegen.

Auch der C1000 besitzt kein eingebautes Mikrofon, jedoch einen Lautsprecher. Dieser ist zwar recht klein und beginnt recht schnell zu dröhnen, dennoch eignet er sich durchaus zur Wiedergabe von Geräuschen und Soundeffekten (Spiele) oder Sprache (Videos). Um Musik wirklich genießen zu können, reicht er jedoch nicht aus - spätestens hier sollten es dann Kopfhörer sein.
Tatsächlich eignet sich der SL-C1000 durchaus als MP3-Player. Mit den entsprechenden Einstellungen sollen 24 Stunden Dauerbeschallung möglich sein - ein Wert, von dem 5500-Besitzer nur träumen können.

Mit der richtigen Software lassen sich mit dem C1000 auch Videos in verschiedenen Formaten wiedergeben. Das Displayformat eignet sich dafür erheblich besser, als das Hochformat des SL-5500. Leider verhindert die winkelabhänigkeit des C1000-Displays einen Filmgenuß in größerer Runde - schon bei 2 Personen wird es problematisch.



Schon der SL-5500G verstand sich auf eine ganze Reihe schöner Spiele. Highlights waren und sind sicherlich Crimson Field (ein Battle-Isle-Clone) und ScummVM (damit können alte Adventure-Klassiker von Lucasfilm / Lucas Arts gespielt werden). Der SL-C1000 führt die Tauglichkeit als Spielkonsole fort und bietet neben Crimson Field und ScummVM auch noch Adaptionen von LGeneral (ein Panzer-General-Clone) und SuperTux (ein Jump&Run im Stil von Super Mario Bros.). Darüber hinaus gibt es für den C1000 auch grafisch sehr ansprechende Versionen von Tetris, Breakout, Mahjong und Schach - um nur ein paar zu nennen. Für die Freunde von Wirtschaftssimulationen soll es sogar Transport Tycoon geben - selbst habe ich es noch nicht ausprobiert.

Auffällig sind jedoch zwei Dinge:
  1. In den letzten Jahren hat sich das Spieleangebot für die Zauri kaum geändert - hauptsächlich werden bestehende Programme weiter entwickelt, wenn überhaupt. Ein Golfspiel läßt ebenso auf sich warten, wie ein Rennspiel im Stile eines Colin McRae Rally.
  2. Einige Spiele, die auf dem SL-5500G problemlos funktionieren, sind auf dem SL-C1000 praktisch nicht spielbar. Der Grund dafür ist die Tastatur bzw. die Anordnung des Steuerkreuzes. Diese Spiele sind für eine Steuerung mit diesem Steuerkreuz ausgelegt. Der C1000 wechselt in den Portrait-Modus (anders laufen die Spiele nicht) - dann steht die Tastatur nicht mehr zur Verfügung.
    Beispiele dafür sind Toppler und BilliardZ.



Auf beiden Zauri laufen die gleichen Programme, beispielsweise die Office Suite von Hancom (Word / Sheet) oder QPDF2 als PDF-Viewer Dank seiner anderen Bauform funktioniert das ganze beim C1000 sogar deutlich besser, als beim SL-5500G. Die geringe Größe des Displays schränkt den Vorteil der höheren Auflösung beim C1000 jedoch deutlich ein. Theoretisch könnte dessen Display zwar 4 mal soviel Informationen darstellen, doch dann benötigt man schon fast eine Lupe, um noch etwas zu erkennen.
Dennoch bietet das Clamshell-Design in dieser Diziplin deutlich Vorteile. Auch das Eingeben längerer Texte wird damit nicht zur Qual.



Client
Als Internet-Client setzen beiden Zauri auf Opera 7.55 als Web-Browser, der seine Aufgabe ohne Probleme erledigt. Auf dem C1000 steht zusätzlich noch NetFront 3.1 zur Verfügung, welches insgesamt schlanker und ein wenig schneller als Opera wirkt. Dafür bietet Opera die besseren Optionen bei der Darstellung von Websites auf dem kleinen Display an. Ebenfalls auf beiden PDAs läuft OM/Pi aus dem KDE/Pim-Paket als eMail-Client.

Verbindung zum Internet können beide PDAs über WLAN, Ethernet oder Modem aufnehmen. Dazu ist zusätzlich Hardware in Form von CF-Cards notwendig, beim C1000 steht auch der Einsatz von USB-Dongles als Alternative zur Wahl. IrDA und USB-Anschluß (beim SL-5500G über die Docking-Station) stehen ebenfalls zur Verfügung.

Server
Apache 2.0.52, PHP 5.0.2 und MySQL 3.23 - alles läuft auf dem Zaurus. Damit hat man einen Web-Server im Hosentaschenformat.



Als Sharp den Zaurus SL-5500G auf den Markt brachte, war es ein einzigartiges Gerät. Kein anderer PDA vereinte die hohe Flexibilität des Linux-System mit dem genialen Bedienkonzept der Hardware-Tastatur. Und konnte man die magere Akkulaufzeit auf Grund der Alleinstellungsmerkmale damals noch verschmerzen, so ist sie heute nur noch indiskutabel.
Dennoch ist der SL-5500G auch heute noch ein hervorragendes Arbeitsgerät, wenn es um bestimmte Bereiche geht. Zu diesen zählen mit Sicherheit nicht die typischen Anwendungsgebiete anderer PDAs, wie PIM (Kalender, Termine, Kontakte), Multimedia oder Navigation.
Vor allem der doch recht günstige Preis der Gebrauchtgeräte und die nach wie vor einzigartige Linuxplatform sprechen für den Zaurus, auch wenn die Konkurenz aus dem PocketPC-Lager (PDAs mit Tastatur, eingebautem WLAN oder Telefonfunktionen) immer stärker wird.

Nichts ist perfekt! - Das trifft leider auch auf den SL-C1000 von Sharp zu. Zwar ist Sharp mit dem C1000 ein wirklich geniales Gerät für den mobilen Einsatz gelungen, doch vor allem das richtungsabhängige Display kostet dem Zaurus viele Punkte. Auch der Verzicht auf ein zeitgemäß schnelles Interface für USB sowie SD- und CF-Karten ist ärgerlich, ebenso dass WLAN oder Bluetooth über Zusatzmodule (CF-Card order USB-Dongle) nachgerüstet werden müssen (das es es anders geht, beweißt sich Sharp ja selbst mit dem SL-6000).

Hätte man dem Zaurus ein weniger empfindliches Display gegönnt, ihn in ein etwas größeres Gehäuse gepackt (die Maße des Psion 5mx wären ideal) und hätte Sharp ihm zumindest WLAN und schnelle Schnittstellen spendiert, wäre er kaum noch toppen gewesen.

Trotzdem ist der SL-C1000 empfehlenswert für alle, denen ein PDA zu umständlich und ein Subnotebook zu groß und zu teuer ist. Wer sich von Linux und der damit zu erwartenden Bastelei am System (es braucht nunmal seine Zeit, ein optimal auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmtes System zu bekommen) nicht abschrecken läßt, findet im C1000 einen edlen und vielseitigen Begleiter, der sogar einen Hauch von Exklusivität und Luxus zu verbreiten vermag.


  Sharp Zaurus SL-5500G
CackoROM 64-0
(Modifiziert)
SL-C1000
CackoROM 1.23
(light-Version)
PIM (Termine, Aufgabe, Adressen)
Office (Texte, Tabellen)
eBooks, Dokumenten-Viewer
Texteingabe
Multimedia - Filme
Multimedia - Musik (MP3)
Spiele
Programmieren
Internet, Netzwerk
Zubehör, Erweiterungen (Hardware)
Flexibilität, Erweiterbarkeit (Software)
GESAMT



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