Im September 2006 war es soweit: Die Geburt meines ersten Kindes stand kurz bevor und zwei Zauri - einer davon gehörte meiner Frau - vom Typ SL-5500G verstaubten seit einem halben Jahr im Schrank. Durch Arbeit und Privatleben hatte ich kaum noch Zeit für den Zaurus gefunden und so stand schließlich fest: Der Zaurus wird verkauft!
Tatsächlich wollten sowohl meine Frau, als auch ich, jedoch nicht ganz auf die Möglichkeiten eines "moblien PCs" verzichten. Dabei hatten wir ganz klare Vorstellungen, was das Gerät können sollte: Um den Laptop zu ersetzen waren außerdem folgende Punkte wünschenswert:



Zunächst ging es darum, in Frage kommende Geräte zu finden. Dabei blieben am Ende nicht viele Alternativen übrig:
"Mini-Notebooks" von Sony (PCG-C1MSX, PCG-U3) oder JVC (MP-XP und MP-XV Reihe) wären im Bezug auf Größe und Gewicht zwar gerade noch akzeptabel und Ausstattung und Vielseitigkeit überwältigend gewesen, doch genauso "überwältigend" war auch deren Preis.

Leider hatte ich meinen guten alten HandheldPC HP 360LX inzwischen abgegeben - wer hätte gedacht, dass ich den nochmal brauchen könnte - und "neue gebrauchte" machten sich ziemlich rar oder waren unverhältnismäßig teuer.
Also schaute ich mich nach gebrauchten Toshiba Libretto um, ein Subnotebook mit DIN A5-Ausmaßen. Als ich vor einigen Jahren das erste Mal ein Libretto bei meinem Computerhändler hatte stehen sehen, war ich begeistert. Leider erging es dem Libretto nicht anders, als dem 360LX: Entweder waren die Gebrauchtgeräte zu teuer (Was soll ich mit einem Notebook ohne Akku?), waren Schrott... oder einfach beides.

Nach gründlichem Studium möglicher Alternativen fiel zunächst der im Online-Shop von Christoph Pulster angebotene Psion 5mx PRO ins Auge. Dieser erfüllte auf den ersten Blick alle Anforderungen: Außergewöhnlich ist, dass der Psion mit normalen AA-Akkus oder Batterien betrieben werden kann und nicht auf teure Spezialakkus angewiesen ist.

Nach weiteren Recherchen kamen dann jedoch Zweifel auf, ob der Psion wirklich die beste Wahl wäre. Die aus meiner Sicht größte Schwachstelle des 5mx PRO ist das Displaykabel. Bauartbedingt neigt dieses zum Bruch und ein Gerät zu kaufen, von dem man *weiß*, dass es in absehbarer Zeit kaputt sein wird, ist irgendwie nicht wirklich beruhigend. Das zweite Minus handelte sich der Psion damit ein, dass er kein ROM besitzt. Das bedeutet, das gesamte Betriebssystem, alle Programme und Daten werden im RAM abgelegt. - Ist der Psion also einmal längere Zeit ohne Strom, sind nicht nur alle Daten weg, auch das System muss neu installiert werden.
Auch in Sachen Connectivität hapert es beim Psion. USB ist ihm ebenso fremd, wie WLAN. Dass das Gaustufendisplay des 5mx PRO nicht besonders gut sein soll, ist dann schon fast nebensächlich.



Letztlich blieb also nur der Zaurus als wirkliche Alternative. Hier stellte sich dann die Frage, welcher der beiden in Deutschland erhältlichen Zauri es sein sollte. Der große Unterschied zwischen dem SL-C3200 und dem SL-C1000 ist, dass der C3200 eine interne Festplatte (Hitachi Microdrive) mit 6 GB Kapazität hat. Der C1000 verzichtet auf diesen zusätzlichen internen Speicher und auch ein späteres Nachrüsten ist nicht möglich.
Ansonsten unterscheiden sich beide Zauri nur noch in ihrer Farbgebung. Der C3200 ist Außen silber und Innen schwarz, der C1000 dagegen Außen schwarz und Innen silber.


Sharp Zaurus SL-C1000 Sharp Zaurus SL-C3200
Sharp Zaurus SL-C1000 und SL-C3200


Die Farbgestaltung des SL-C1000 gefällt mir eindeutig besser, als die des SL-C3200 und auf die interne Festplatte kann ich in Anbetracht von 150 bis 200 Euro Preisunterschied auch gerne Verzichten. Eine große SD-Card hat zwar nicht ganz so viel Platz und ist auch nicht ganz so schnell, wie das Microdrive, dafür aber erheblich günstiger, flexibler und im Betrieb auch stromsparender.

So war nach kuzer Überlegung klar, dass es ein Sharp Zaurus SL-C100 sein sollte. Das im Vergleich zum C3200 gesparte Geld sollte in einen Auto-Adapter (der den Zaurus im Auto mit Strom versorgen kann), eine 1 GB SD- und 1 GB CF-Card, sowie eine passende Tasche investiert werden.



So bestellte ich im September 2006 einen C1000 mitsamt zertifiziertem Auto-Adapter bei TRIsoft. Die Bestellung ging Donnerstag Mittag ein und bereits zum Mittag des folgenden Tages - also keine 24 Stunden später - brachte UPS das Paket. Ein besonderer Service von TRIsoft ist das Package-Video, welches bei jeder Bestellung gemacht wird. Hier kann man sich anschauen, wie das Paket gepackt wurde, welches man kurze Zeit später in der Hand hält. Genial!

Leider währte die Freude über den neuen Zaurus nicht sehr lange, denn bereits zwei Tage später - natürlich am Sonntag - zeigte das Display Störungen an. Diese zeigten sich in Form von dicken blauen Streifen, die insbesondere bei dunklen Flächen über die Anzeige flimmerten. Das ganze hatte große Ähnlichkeit mit einem Bruch des Displaykabels und war nicht gerade dazu geeignet, tiefes Vertrauen in den Zaurus zu entwickeln.

Am Montag rief ich dann bei TRIsoft an und schilderte mein Problem. Während des sehr netten, wie auch informativen Gespräches - die Servie-Hotline hat eine 0800er Nummer und ist für den Kunden damit kostenlos - erfuhr ich, dass ein Bruch des Displaykabels, wie er beim Psion praktisch vorprogrammiert ist, beim Zaurus so gut wie ausgeschlossen ist. Das Kabel ist in Form von zwei Schnecken um das Displayscharnier gewickelt und wird beim Klappen und Schwenken weder gedehnt, noch geknickt. Auch das Scharnier selbst ist bei normalem Gebrauch eigentlich unkaputtbar, da es aus Metallgruss besteht.
Bei TRIsoft vermutete man eher, dass das Kabel beim Transport von der Platine gerutscht sei. Dieses Problem tritt wohl immer mal wieder auf, ist jedoch innerhalb von 10 Minuten behoben und dann auch dauerhaft beseitigt.

Schließlich einigten wir uns, dass ich den Zaurus auf meine Kosten zur Reparatur zurück schicke. Zwar hätte auch eine Abholung durch UPS veranlasst werden können, doch so war es einfacher und schneller. Als Entschädigung sollte ich einen kleinen Plüsch-Tux und einen Ersatzstift für den Zaurus bekommen.

Tatsächlich hatte ich noch vor Ende der Woche ein Austauschgerät in den Händen. Offensichtlich war doch mehr defekt, als nur ein heraus gerutschtes Kabel. Auch der versprochende Tux, sowie der Ersatzstift befanden sich im Paket. - An dieser Stelle möchte ich TRIsoft nochmal meinen Dank und ein großes Lob für den schnellen und unkomplizierten Service aussprechen!

Inzwischen arbeitet der neue Zaurus seit über einem Monat im täglichen Gebrauch. - Ohne Abstürze und Mängel.



Neben dem extra bestellten Auto-Adapter befand sich im Paket von TRIsoft...


Sharp Zaurus SL-C1000



Der Sharp Zaurus SL-C1000 ist kein PDA im klassischen Sinn. Er lässt sich weder mit einem normalen PocketPC, noch mit einem SmartPhone (mit Tastatur) vergleichen. Und auch der Vergleich mit einem Notebook will nicht so richtig klappen.
Daher hat Sharp auch den Begriff "Personal Mobile Tool" für die Zauri eingeführt.

Wie alle C-Modelle kennt auch der C1000 zwei Arbeitsmodi, auf die noch im Detail eingegangen wird:



Der Sharp Zaurus SL-C1000 gefällt sofort durch sein schlichtes und gleichzeitig elegantes Design. Der mattschwarze Metalldeckel mit dem silbernen Zaurus-Schriftzug und das verchromte Displayscharnier verleien ihm eine edle Note.
Insgesamt ist die farbliche Gestaltung des C1000 gut gelungen. Zu bemängeln gäbe es höchstens die etwas kontrastarme Tastaturbeschriftung.

Bei der Tastatur zeigen sich auch leichte Verarbeitungsmängel. Zwar sitzen alle Tasten ohne zu klappern fest an ihrem Platz, doch biegt sich die Tastatur im mittleren Bereich leicht durch. Ja, teilweise knarzt dabei gleich das ganze Gehäuse.
Der verchromte Rahmen des Steuerkreuzes erweckt den Eindruck, als sei er nicht ganz passgenau und wäre leicht aus dem Gehäuse heraus stehen, was mich immer wieder dazu veranlasst, mit dem Finger kontrollierend über die Kante zu fahren. - Nichts für nervöse Zeitgenossen.

Lob verdient dagen die Halterung und der Schwenkmechanismus des Displays. Meine Anfänglichen Bedenken ob der filigranen Konstruktion haben sich bis jetzt nicht bestätigt. Stattdessen sitzt das Display fest (mit ein klein wenig Spiel) an seiner Position und lässt sich gut in seiner jeweiligen Position fixieren. Insbesondere das satte "Klack" beim Zuklappen trägt zum hochwertigen Gesamteindruck bei.
Leider hat Sharp es versäumt, diesen "Blick für die Kleinigkeiten" auch bei der Stifthaltung anzuwenden. Der Stylus - egal ob der originale billige Vollplastikstift oder der edle Ersatz-Stylus aus dem SL-5500G - wackelt und klappert hörbar in seiner Halterung. Immerhin rutscht er nicht von alleine raus.

Design: sehr gut ( )
Verarbeitung: befriedigend ( )




Prozessor / Speicher

Sharp verbaut beim SL-C1000 weitestgehend übliche PDA-Kost. So stehen einem Intel XScale PXA270 mit 416 MHz ein Flash-Speicher von 128 MB und ein Hauptspeicher von 64 MB zur Verfügung. Der Flash-Speicher beinhaltet das Betriebssystem (ROM), sowie vom Benutzter installierte Programme und gespeicherte Daten.
Auch wenn die in der PXA270-CPU integrierte Grafikeinheit dem in früheren SL-Modellen zusätzlichen Grafikchip von ATI ebenbürtig sein soll, ist es doch sehr schade, dass Sharp hier nicht auf den von Intel speziell für den PXA270 zur Verfügung gestellten Grafikchip zurück gegriffen hat. Die Grafikperformance hätte sich damit sicherlich noch um einiges steigern lassen.

Prozessor: gut ( )
Speicher: gut ( )


Rot: Intel XScale PXA270
Gelb: 2x 32MB DRAM (ohne Gewähr)



Steckplätze / Schnittstellen

Ebenfalls PDA-üblich sind die Slots für SD- und CF-Cards, sowie der Infrarot-Port (IrDA 1.2). Leider hat es Sharp immer noch versäumt dem SD-Slot eine schnelle Anbindung zu spendieren. Auch SDIO-Karten können weiterhin nicht genutzt werden. Dafür versteht sich der CF-Slot mit sowohl auf Karten vom Typ I, als auch II. Erweiterungen in Form von CF-Cards steht also nichts im Wege - sofern ein entsprechender Treiber zur Verfügung steht.

Beispiele für mögliche CF-Cards sind WLAN- und Ethernet-Karten oder CF-Modems.

Eine kleine Besonderheit stellt der USB-Anschluss des Zaurus dar. Sharp hat hier eine normale USB-Mini-Buchse verbaut welche den Zaurus - ja nach verwendetem Adapterkabel - zum USB-Host oder - Client macht. Dank des Verzichts auf einen properitären Anschluß, wie er bei älteren Zauri üblich war, bereitet die Kontaktaufnahme über USB nun deutlich weniger Probleme.

Als Client kann der Zaurus seine Speicherkarten als USB-Laufwerke zur Verfügung stellen oder sich über den Host-PC in ein Netzwerk einhängen.

Als Host können an den Zaurus theoretisch alle Geräte angeschlossen werden, die sich auch an einen normalen PC anschließen lassen. Dazu gehören USB-Tastaturen und -Mäuse, externe Festplatten und optische Laufwerke (CD/DVD-ROM, Brenner), USB-Speichersticks, Bluetooth-/ WLAN-/ Ethernet-Dongles, Web-Cams, Handys (mit USB-Kabel), u.v.m.
Als problematisch könnte sich hier jedoch die Stromaufnahme der Geräte erweisen. So würde ich dringend davon abraten, eine USB-Festplatte ohne eigene Stromversorgung an den Zaurus zu hängen!
Der Einsatz eines aktiven USB-Hubs sollte also Pflicht sein.

Auch die Geschwindigkeit des USB-Anschlusses könnte höher sein. Darüber hinaus verfügt der Zaurus lediglich über einen einzigen USB-Anschluß, obwohl die Hardware problemlos zwei Anschlüsse unterstützen würde und die dafür notwendigen Pins auch auf der Platin vorhanden sind.

WLAN und Bluetooth sind dem SL-C1000 von Haus aus fremd, obwohl sicherlich genügend Platz dafür im Gehäuse gewesen wäre. Das es auch anders geht, beweißt sich Sharp mit dem SL-6000 sogar selbst.

Insgesamt endet dieses Kapitel für den Zaurus sehr zwiespältig. Auf der einen Seite ist alles wichtige vorhanden, was fehlt lässt sich über CF-Cards oder USB-Dongles nachrüsten. Die USB-Host-Funktion bringt ihm viele Pluspunkte ein, die er mit geringer Geschwindigkeit bei SD-Card und USB wieder zunichte macht.

Steckplätze/Schnittstellen: befriedigend ( )



Display

In vielen Berichten habe ich gelesen, das Display der aktuellen C-Modelle sei das beste, was man bis heute bei PDAs finden könne.
Tatsächlich sind Schärfe, Helligkeit und Kontrast kaum zu überbieten. Im direkten Vergleich wirkt das Display des Zaurus SL-5500G milchig, unscharf und flau. - Hier ist es Sharp also tatsächlich gelungen Maßstäbe zu setzen. Selbst kleine Schriften erscheinen gut lesbar auf dem 640x480 Pixel großen Display.
Leider erkauft man sich diese Vorteile mit einigen nicht gerade unbedeutenden Nachteilen.
  1. Spiegelndes Display
    Wie bei vielen aktuellen Notebooks mit "Crystal Clear"-Displays spiegelt auch das Display des Zaurus sehr stark.
  2. Beleuchtung gegen Sonne
    Die ersten Zaurus-Modelle (SL-5500G) besaßen ein Display, welches das Sonnenlicht für die Beleuchtung mitbenutzte. Das führte dazu, dass das Bild immer heller und klarer wurde, je mehr Sonne (bzw. Umgebungslicht) auf die Anzeige fiel. Da das Umgebungslicht genutzt wurde, war es auch möglich, die Beleuchtung ganz abzuschalten und trotzdem noch ein Bild zu sehen.
    Der SL-C1000 benutzt dagegen eine konventionelle Hintergrundbeleuchtung. Dadurch ergibt sich insgesamt eine größere Helligkeit des Displays. Jedoch muss diese Helligkeit auch gegen das Umgebungslicht und die Sonne ankämpfen und ohne Beleuchtung ist die Anzeige schwarz.
  3. Blickwinkelabhängigkeit
    Der größte Kritikpunkt des neuen Displays ist jedoch seine Blickwinkelabhängigkeit. Bereits kleine Abweichungen von der idealen Sichtlinie führen zu starken Helligkeits- und Farbverfälschungen.
    Zwar kann man meinen, bei einem PDA wäre dies nicht ganz so gravierend, da man auf Grund der Größe und der typischen Einsatzform ja sowieso nur alleine beschäftigt ist, doch selbst ein "Schau mal!" artet schon zum Rätselraten aus, ob der andere denn auch tatsächlich etwas auf dem Display erkennen kann.
    Auch der Einsatz als mobiler Videoplayer wird dadurch stark in Zweifel gezogen, wenn man sich den Film nicht einmal zusammen mit dem Partner anschauen kann.
  4. Rahmen
    Sharp hat für den SL-C1000 ein Display mit einer Diagonale von 3,7" (knapp 9,4 cm) gewählt. Ist diese Größe für PDAs mit 320x200 Pixel Auflösung üblich und ausreichend, so sind 640x480 Pixel hart an der Grenze zur Augenquälerei. Nutzt man die gebotene Auflösung aus, sind schon sehr gute Augen notwendig, um noch alles lesen zu können.
    Das ist umso ärgerlicher, da - zumindest äußerlich - noch genügend Platz für ein größeres Display vorhanden gewesen wäre. Stattdessen wird die Anzeige nun von dicken Gehäusestreifen flankiert. Hier wäre ein Display mit 5" bis 6" Diagonale (und dann vielleicht im 16:9-Format mit 800x480 Pixeln) die bessere Wahl gewesen.



Display: befriedigend ( )



Im Bezug auf die Softwareausstattung des Zaurus lässt sich keine klare Aussage treffen. Es gibt verschiedene ROMs (die "Linux-Distributionen für den Zaurus), die unterschiedliche Konzepte verfolgen und sich auch darin unterscheiden, welche Programme lauffähig sind.

Hier ein kurzer Überblick (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Software: befriedigend ( )
bis sehr gut ( )



Landscape-Modus

Im Landscape-Modus gibt sich der Zaurus wie ein zu klein geratenes Notebook. Auf dem Tisch stehend hat man die Tastatur vor sich und das Display hoch geklappt.


Alle Tasten sind gut erreichbar und vor allem die Lage des Steuerkreuzes (Cursor) und der oft benötigten Cancel-Taste ermöglichen ein schnelles Navigieren.
Viele Dinge lassen sich über die Tastatur erledigen, so dass ein Griff zum Stift nur selten notwendig wird. Das gilt insbesondere, wenn man - so wie ich - oft und gerne die Konsole für "alltägliche Verwaltungsaufgaben" nutzt. Bei anderen Programmen hängt es von deren Unterstützung von Shortcuts (Tastaturkürzel zur Steuerung von Programmfunktionen) und dem eigenen Gedächtnis (Welche Taste war jetzt für was?) ab, wie reibungslos die Bedieung klappt.

Sollte doch einmal der Stylus benötigt werden, lässt er sich leicht aus dem Gehäuse heraus ziehen. Dazu muss man den Zaurus leicht nach hinten ankippen, um den Stift zu fassen zu bekommen. Etwas nervig für mich: Ich verwende den Stylus mit der linken Hand, während sich die Halterung auf der rechten Seite befindet.

Das Scharnier des Displays ist stabil genug, um eine Bedienung des Touchscreens zu ermöglichen, ohne das Display dabei festhalten zu müssen.

Für 10-Finger-Schreiber ist die kleine Tastatur des Zaurus definitiv nicht geeignet. Steht das Gerät vor einem auf dem Tisch, ist dennoch ein flottes Tippen mit 2 bis 6 Fingern möglich. Nach ein wenig Eingewöhnung stört auch die englische Tastaturbelegung (Z und Y sind gegenüber deutschen Tastaturen vertauscht) und die teilweise japanische Beschriftung nicht mehr.

Steht keine feste Unterlage zur Verfügung kann man den SL-C1000 auch problemlos mit zwei Händen halten und mit den Daumen tippen.

Für eine Ein-Hand-Bedienung ist der Landscape-Modus jedoch völlig ungeeignet!

Portrait-Modus

Im Portrait-Modus ähnelt der Zaurus einem klassischen PDA, wenn auch einem ziemlich dicken. Das Display wird geschwenkt und komplett über die Tastatur geklappt.


Zur Steuerung ohne Stylus stehen nur ein Scrollrad, sowie eine OK- und eine Cancel-Taste an der Seite, sowie 5 Schnellstarttasten - deren Belegung sich ändern lässt - unterhalb des Displays zur Verfügung.

Als PDA erinnert der SL-C1000 in dieser Form doch stark an den alten Compaq Aero. Ärgerlich ist, dass trotz des reichlich zur Verfügung stehenden Platzes rund um das Display kein Cursorfeld integriert wurde. Das Scrollrad reicht zwar aus, um durch Texte zu scrollen, doch auf den Stylus wird man hier keinesfalls verzichten können.

Sollte man mit dem Zaurus auch das eine oder andere Spielchen wagen wollen, sollte man sich zuvor darüber informieren, ob es auch für die C-Modelle geeignet ist. Veile ältere Spiele verlangen nach dem Portrait-Modus, gehen aber von den Tasten des SL-5500(G) aus. Diesem stand u.a. ein Cursorkreuz zur Verfügung, welches dem SL-C1000 im Portrait-Modus schlicht fehlt. Das führt dazu, dass einige ältere Spiele praktisch nicht mehr spielbar sind.

Bedienung (Landscape-Modus): sehr gut ( )
Bedienung (Portrait-Modus): ausreichend ( )



Der Zaurus hat immer noch ein Alleinstellungsmerkmal. Kein anderes Gerät vereint Notebook, PDA und die Flexibilität von Linux auf so elegante Weise, wie die C-Modelle von Sharp.

Leider hat Sharp das Potential, welches im Zaurus steckt, in vielen Bereichen ungenutzt gelassen. - Kein WLAN, kein Bluetooth, veraltete Schnittstellen und ein empfindliches Display.

Trotz aller Kritik ist der Sharp Zaurus SL-C1000 ein empfehlenswertes Gerät für alle, die die Leistung eines Linux-PCs im Westentaschenformat wollen oder benötigen.
Wenn (Sub-)Notebooks zu groß und schwer, PDAs zu klein und unflexibel und Web-PADs ungeeignet sind, schlägt die Stunde des Zaurus.


Kathegorie Bewertung
Design
Verarbeitung
Prozessor (Geschwindigkeit)
Speicher (RAM, Flash)
Steckplätze/Schnittstellen
Display
Software
Bedienung (Landscape-Modus)
Bedienung (Portrait-Modus)



©2004-2006 Frank A. Grenzel
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